Kroatien ist ein überwiegend katholisches Land und die katholische Kirche in Kroatien eine derart einflussreiche und tonangebende Institution, dass ich als Regisseur gar keine andere Wahl hatte, als darüber einen Film zu machen. Als Papst Benedikt XVI. den Gebrauch von Kondomen teilweise erlaubte, wurde aus der lokalen Geschichte, die ich ursprünglich erzählen wollte, auf einmal eine globale. Ich glaube, dass es kein besseres Setting für die Geschichte geben könnte als den Balkan-Mittelmeerraum. Diesen kenne ich sehr gut, da ich selbst in Šibenik, einem kleinen Ort an der Adriaküste, aufgewachsen bin.

Der Balkan-Mittelmeerraum ist geprägt von einem poetischen, emotionalen und visuellen Wahnsinn, der auf der einen Seite überzeugend und echt ist, auf der anderen aber auch sehr surreal wirkt. Während die katholische Kirche und ihre Dogmen Konflikte zwischen Aufrichtigkeit und Manipulation, Zölibat und Sexualität, Nächstenliebe und Pädophilie, Religion und Scheinheiligkeit aufwerfen. Ich bin mir sicher, dass der Zuschauer all diese Elemente innerhalb eines Filmes verstehen und als real akzeptieren kann, allein aufgrund des gewählten Genres der Komödie. Es ist eine Volkskomödie, gespickt mit filmischen Gags und anstößigen Witzen, wie wir sie in einer „commedia dell‘ arte“ finden. (Hatte nicht auch Buñuel humoristische Diskurse für seine surrealistischen Erzählungen verwendet?)

Wie dem auch sei, die Realität, in der wir leben, erlaubt es mir nicht, ausschließlich Komödien zu drehen. Daher musste ich im zweiten Teil des Films dramatische Elemente in die komische Struktur einbauen, zunächst eher versteckt und schließlich ganz offensichtlich. Diese kleinen dramatischen Elemente sind Anzeichen dafür, dass das Ende des Films von Ernsthaftigkeit und einer Tragödie geprägt sein wird. Einfach weil das Leben auch kein festes Genre hat, sondern Komödie und Drama immer zusammengehören.

Vinko Brešan